Mit den Schwanenbooten kann man schon länger über den Teich fahren. Jetzt soll am Schwanenteich ein neues Freibad entstehen. Foto: Jürgen Wand
Eine Minimalvariante ließ ein Gremium verschiedener Räte bei einem Ingenieurbüro erstellen.
Mühlhausen. Rund 2,5 Millionen Euro, Planungskosten inbegriffen, soll die jetzt von einem Ingenieurbüro in
Oberdorla erarbeitete Sanierung kosten. Die sieht ein Schwimmbecken von 16 Metern Breite und 33 Metern Länge mit abgestufter Wassertiefe von 1,20 Meter und 1,80 Meter vor. Separat dazu soll ein Kinderplanschbecken entstehen, 100 Quadratmeter groß, bis zu 30 Zentimeter tief. Beide Becken sollen an eine gemeinsame Filteranlage angeschlossen werden, so der Plan, den ein Dutzend Stadträte in Auftrag gab. Elf Räte unterzeichneten dafür die Beschlussvorlage. Sie sieht vor, 2012 wieder baden zu können.
Die Gruppe, die sich auf Initiative von
Ines Goldmann und Volker Bade (beide CDU) traf, will das neue Bad auch ohne aufwendige Planung nach der Vorentwurfsplanung HOAI (die zweite Beschlussvorlage plant dafür 80 000 Euro ein) bauen. Das hieße aber, keine Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Für
Burghard John (Freie Wähler) kein Hindernis, "denn die Fördermittel werden in nächster Zeit so hoch angebunden sein, dass man kaum mehr welche abgreifen kann". Der Entwurf des parlamentsoffenen Freibad-Gremiums, das sich aus einem Dutzend Räten aller Fraktionen außer der FDP zusammensetzt, geht von einem Teilrückbau des Strandbeckens aus, das verfüllt werden soll.
Es plant den Einbau von Edelstahlbecken und von modernen Wasserspielen zwischen dem Mehrzweck- und dem Kinderbecken. Zudem sollen die Außenanlagen angepasst werden. Nicht inbegriffen in den Planungen ist eine Sanierung des Sportbeckens, des sogenannten Kampfbeckens, das man möglicherweise später einmal verfüllen und als Caravanstandplatz nutzen könne, und die Umkleide- und die Sanitäranlagen. Die am Dienstag von den Fraktionen der CDU, SPD, FDP und Pro Mühlhausen/Bündnis 90/Die Grünen unterzeichnete zweite Vorlage geht von bis zu 40 Prozent staatlicher Unterstützung aus.
Sie plant einen 25 Meter langen Schwimmerbereich, einen Wasserspielplatz und die Sanierung von Umkleide- und Sanitärbereich. Gesamtkosten: 4,5 Millionen Euro. Der Vorschlag des "Freibadkreises" geht den Vorsitzenden der drei Fraktionen wie auch der Verwaltung nicht weit genug. "Das Bad wird einfach zu klein. Wenn man schon eine solche Investition plant, dann richtig", meint der Sozialdezernent der Stadt,
Johannes Bruns (SPD). Zudem sei es, so der Bürgermeister
Peter Bühner (FDP), rechtswidrig, im öffentlichen Bereich ohne HOAI einen Bauauftrag auszuschreiben, nimmt er dem Gremium den Wind aus den Segeln.
Der mögliche zeitliche Ablauf: Beginn mit einer Wasserspielfläche ähnlich der auf der Erfurter Ega, die dann 2012 nutzbar ist, 2013 mögliche Zusage, Fördermittel zu erhalten, 2014 baden im neuen Schwanenteichbecken. Das Kampfbecken solle der Technik Platz geben, könne aber wie im anderen Vorschlag auch verfüllt werden. Um das erforderliche Eigenkapital aufzubringen, wolle man zweckgebundene Rücklagen bilden. Für Oberbürgermeister
Hans-Dieter Dörbaum (pl) sei das Zustandekommen der Beschlussvorlage ein gutes Beispiel dafür, wie Bau-, Sozialund Haushaltsausschuss zusammengearbeit und einen vernünftigen Lösungsvorschlag gefunden hätten.
Für
Bernd Röttig (CDU) steht fest: "Wir gehen hier in
Mühlhausen nicht den Schlotheimer Weg, leisten uns nur das Bad, das wir uns leisten können", sagte er gestern. Eben das will auch das "Freibadgremium", möchte aber möglichst schnell beginnen und nicht auf Fördermittel warten. Für
René Seyfert, der die Beschlussvorlage für die SPD unterzeichnet hat, steht fest: "Wir müssen ein Freibad bauen. Ob mit oder ohne Fördermittel. Wir können eine Stadt wie
Mühlhausen nicht kaputt sparen." Heute Abend, ab 18 Uhr, soll in der Brotlaube die Entscheidung zwischen beiden Freibadmodellen fallen. Wie es auch immer ausgeht, so
Bernd Röttig: "Es sind Vorschläge. Der Bürger ist aufgefordert, sich mit seinen Ideen einzubringen, um wichtige Details noch zu verändern."