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Presse
29.10.2009, 17:23 Uhr | TA am 28.10.2009 Übersicht | Drucken
Schätze im Museum
Sammlung Thüringer Kunst der Mühlhäuser Museen.





MÜHLHAUSEN. Leuchttürme und Glanzlichter werden bis in den April des nächsten Jahres zu sehen sein. Das verspricht Sammlungsleiter und Kurator Jürgen Winter. Zweihundert Werke der Malerei und Grafik von über hundert Künstlern wählte er aus dem reichen Bestand der Mühlhäuser Sammlung Thüringer Kunst. Neben den Leuchttürmen wie Otto Dix und Gerhard Altenbourg setzte Winter in der Ausstellungskonzeption auf weithin unbekannten Glanzlichter. Namen wie Alfred Ahner und Alexander Wolfgang nennt er als Beispiele. Diese Mischung ist ihm wichtig, denn durch diese Vielfalt erst erschließt sich der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert. Vor zwanzig Jahren legte Jürgen Winter den Grundstein für diese Sammlung - und wurde landauf landab belächelt. Wen sollte Thüringer Kunst schon interessieren, was sollte so eine Sammlung schon zu bieten haben? Winter blieb hartnäckig. Heute, zwanzig Jahre später, ist die Stimmung in der Fachwelt längst umgeschlagen. Aus der Skepsis ist Anerkennung geworden. Es gibt, außer in Mühlhausen, kein Museum in Thüringen, das gezielt Thüringer Kunst sammelt. Es gibt kein Museum, das den Kunstraum Thüringen in seiner Breite erfasst und auch weniger bekannte oder fast vergessene Kunst sammelt. Die Mühlhäuser Museen sind heute, dank dieser Sammlung, die einzigen, die Neubewertungen und Wiederentdeckungen in der Thüringer Kunstlandschaft möglich machen. Mit dem Kurator Jürgen Winter freuen sich vor allem die, die den Mühlhäuser Museen stets Helfer und Gönner beim Sammeln waren: Dr. Thomas Wurzel, der Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und Dr. Rolf Luhn, Geschäftsführer der ArtRegion der Sparkassen-Versicherung. "Es hat sich gelohnt, in diese Sammlung zu investieren", resümierte gestern, während einer Pressekonferenz in den Museen, Dr. Wurzel. Die Sammlung sei mehr, "als nur Bilder zusammenzutragen", ergänzte Dr. Luhn. Sie sei ein Stück Kulturlandschaft und ein Stück spannende und unterhaltsame regionale Kulturgeschichte. Ein Besuch der Ausstellung "Zwischen Wald und Welt: Der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert" mit dem Untertitel "Malerei und Grafik - Exempel im Kontext" vergleicht Dr. Luhn mit einer "Schatzsuche zwischen den Leuchttürmen" . So seien es neben den großen Namen aus der jüngeren Thüringer Kunstgeschichte auch die vielen unbekannteren Künstler, die Wesentliches über die Entwicklung der Kunstgeschichte mit ihren Brüchen in ihren Bildern zu erzählen haben. Diese Jubiläumsausstellung verspreche den kunstinteressierten Besuchern viele "Aha-Effekte".Mittwochabend, 19.30 Uhr, wird die Ausstellung im Museum am Lindenbühl eröffnet. Es ist die diesjährige Premiumausstellung der Mühlhäuser Museen. Ergänzt wird der "Kunstraum Thüringen" durch die Exkurs-Ausstellung "Lokaltermin am Rande: Mühlhausen - Kunst in der Kleinstadt", die ebenfalls ab heute im Haus am Lindenbühl zu sehen ist.



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