Verkauf der Altenheime
Der Verkauf der beiden Mühlhäuser Altenheime ist Thema des nächsten Kreistags.
Der Betriebsrat fordert jetzt Mitspracherecht bei den Vergabegesprächen.
Mühlhausen. Bis zum 7. Juni können Interessenten für die beiden Mühlhäuser Altenheime des Kreises Angebote abgeben. Zwei Tage später, am 9. Juni, ist der Verkauf Thema des nichtöffentlichen Teils der Kreistagssitzung in den beruflichen Schulen in Görmar. Beginn: 16 Uhr. Viel zu entscheiden haben die Abgeordneten freilich nicht. Die Auflage des Landesverwaltungsamts ist eindeutig: Zu verkaufen ist ohne jede Bedingung an denjenigen, der das Meiste bietet. Sollten die Abgeordneten nicht parieren, wird diese Auflage in der Ersatzvornahme vom Amt selbst umgesetzt (unsere Zeitung berichtete).
Manuela Herting
, die Betriebsratsvorsitzende der Heime, ist sauer. Die Mitarbeiter müssten die Pleite des Kreises ausbaden, schimpft sie. "Aber dafür können wir nichts. Wir haben nie rote Zahlen geschrieben, wir haben immer wirtschaftlich und sparsam gearbeitet", erinnert sie. Wie der Kreis Geld verschwendet, zeige das Beispiel der GmbH-Gründung für die Heime. 250 000 Euro hat die nach
Hertings
Aussage gekostet. "Dieses Geld haben wir selbst erwirtschaftet. Es wurde der Pflege entzogen, und wir hätten es wahrlich sinnvoller ausgeben können", schimpft die Betriebsratschefin. Als Hohn empfindet sie die Vorwürfe, dass die Mitarbeiter so hohe Lohnkosten haben. "Aber wir leisten auch täglich eine schwere Arbeit, die uns trotzdem Spaß macht. Wir finden, dass wir dafür auch gutes Geld verdient haben." Dass die GmbH-Gründung sinnlos war, räumt Vize-Landrat Bernd Münzberg (SPD) ein. Die GmbH sollte nach einem Verkauf eine sechsprozentige Beteiligung und das Mitspracherecht des Kreises einräumen, erinnert Münzberg. Zu einem rechtsgültigen Verkauf ist es aber nicht gekommen, wegen der "politischen Zögerlichkeit des Kreistags". Das Landesverwaltungsamt in Weimar fordert jetzt die 100-prozentige Veräußerung. |